Mauerfall 1989

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Vorspann: Ralf Jüngermann |

1949 im Anschluss an die Gründung der BRD wird in der sowjetischen Besatzungszone die DDR gegründet. Anders als in der BRD herrscht hierdiktatorisch nur eine Partei, die SED. Damit ist Deutschland in zwei Staaten geteilt, deren Entwicklung auseinander driftet.
Die DDR-Fahne ist ebenfalls schwarz-rot-gold allerdings mit Hammer und Zirkel.

In der BRD beginnt mit der freiheitlichen Wirtschaftspolitik – der sogenannten „sozialen Marktwirtschaft“ – das Wirtschaftswunder. Schon 1964 hat die Produktion die Vorkriegsziffern wieder erreicht. Der allgemeine Slogan heißt „Wohlstand für alle“ und äußert sich in den Jahren 1967-1973 darin, dass es mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt.

Der andere Slogan lautet „keine Experimente“.
Dieser führt während der großen Koalition 1966 – 1969 unter anderem zum Entstehen der APO, die überfällige Reformen fordert, die schließlich in den siebziger Jahren eingeführt werden.

In der DDR bleibt die Bevölkerung im Gegensatz zur BRD arm. So kommt es am 17. Juni 1953 zum Volksaufstand, der jedoch von sowjetischen Panzern niedergewalzt wird genau wie 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei. Aus der DDR flüchten immer mehr Menschen in die BRD. Am 13. August 1961 beginnt die DDR mit dem Mauerbau.
Die Teilung der Welt in zwei feindliche Blöcke, die gegeneinander aufrüsten, hatte 1949 mit der Gründung der NATO begonnen, in welche die BRD 1955 aufgenommen wird. Die Sowjetunion schließt 1955 mit den von ihr abhängigen Staaten – also auch der DDR – den Warschauer Pakt.

Die BRD beginnt in den Jahren 1970 bis 1972 mit einer neuen Ostpolitik, um die Beziehungen zu den Staaten des Warschauer Paktes zu entspannen und dadurch irgendwann eine friedliche Wiedervereinigung Deutschlands zu ermöglichen. Alle hoffen zwar darauf, doch niemand glaubt daran, dass er es noch erleben wird.

Dann 1985 kommt ein neuer Mann an die Spitze der Sowjetunion, Michael Gorbatschow. Mit seiner Glasnost (Offenheit) und seiner Perestroika (Umbau) weht ein neuer Geist durch den Ostblock. Doch die DDR-Führung bleibt davon unberührt.
Und so beginnt in der DDR 1989 zuerst nur in Leipzig mit den Montagsdemonstrationen eine friedliche Unruhe, an der sich immer mehr Menschen beteiligen. Sie fordern Freiheit und Demokratie mit dem Ruf „Wir sind das Volk“.

Vor 20. Jahren am 9. November 1989 gibt die DDR- Führung nach, indem sie die freie Reisemöglichkeit erklärt. Zigtausend DDR-Bürgerinnen und -Bürger strömen nach Feierabend zu Fuß, auf Fahrrädern und in ihren Trabbis zu den Grenzübergängen und zur Mauer. Sie fordern den Durchlass, der ihnen gewährt wird. Kein Schuss fällt. Sie klettern auf die Mauer und besuchen Westberlin. Die Menschen – Schwestern und Brüder aus Ost und West – liegen sich in den Armen und feiern gemeinsam den Beginn der Wiedervereinigung Deutschlands.

cmunkerHören wir dazu Pfarrin Christiane Münker mit den Worten von Dr. Regine Hildebrand; frühzeitige Bindung an die evangelische Junge Gemeinde statt Mitgliedschaft bei Pionieren und FDJ; Engagement in der Bürgerbewegung „Demokratie jetzt“; ab 1990 im Land Brandenburge Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, und Frauen.

„Wir sind das Volk! Freunde, es ist geschafft, die Mauer ist überwunden!

Das Symbol eines gescheiterten Systems, es hat nachgegeben. Nachgegeben hat es jedoch nicht Kanonensalven und Bombardements. Es ist hinweg gespült worden. Hinweg gespült wurde es jedoch nicht durch das Blut der Revolution. Der Grundsatz für diejenigen, die für die Freiheit gekämpft haben: Keine Gewalt!

Das Bollwerk gegen die Freiheit, die Feste des fragilen Systems, hat der eigenen Implosion nachgegeben.Es ist hinweg gespült worden vom Freiheitswillen des Volkes.
Und diese Freiheit wird das Volk bekommen.

Wenn es nun noch gelingt, dass die Bollwerke in den Köpfen weichen, dann ist der Freiheit kein Einhalt mehr zu gebieten.

Vierzig Jahre lang war getrennt, was nicht hätte getrennt werden dürfen.
Vierzig Jahre lang war getrennt, was gemeinsamen Ursprungs ist.
Vierzig Jahre lang war getrennt, was ein gemeinsames Erbe hat.
Vierzig Jahre lang war es getrennt, nun ist die Stunde der Zusammenführung gekommen.

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Dr. Regine Hildebrand

Wir sind ein Volk, wir sind das Volk!

Es ist möglich, was vor vierzig Jahren viele – innerhalb der letzten vierzig Jahre – jedoch kaum ein Mensch für möglich gehalten hat: Ein gesamtdeutscher Staat, der sich aus den Trümmern von Diktatur und Repression erhebt.
Ein einiges Volk, ein einiges Deutschland, es ist keine Utopie mehr. Traum und Wirklichkeit, vereinigt wie das Volk selbst.
Ein geeintes Volk, das sich selbst regiert, weil es das Recht dazu hat.
Ein geeintes Volk, das als solches auch wieder den rechtmäßigen Platz im weltweiten Bund der Völker habe muss.

Ein geeintes Volk, das nicht unterworfen ist.

Ein Volk in Einigkeit und Recht und Freiheit!“


Mehr Informationen:

Deutschen Hisorischen Museum

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung/wahl33/

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