Paulskirche 1849

paulskirche

Vorspann: Ferdinand Hoeren |

Seit 1847 fordert das liberale deutsche Bürgertum eine Volksvertretung. Österreich und Preußen planen dagegen lediglich eine Bundesreform des Fürstenbundes. Dem kommt jedoch die Märzrevolution von 1848 zuvor, in der das System des deutschen Bundes zerbricht.

Am 31. März 1848 tritt in der Paulskirche zu Frankfurt a.M. das Vorparlament aus liberalen Bürgern zusammen. Sie bereiten die Wahl einer ersten deutschen Nationalversammlung nach allgemeinem und gleichem Wahlrecht vor.

Am 18. Mai 1848 wird die Nationalversammlung in der Paulskirche eröffnet. Auch hier ist die Fahne schwarz-rot-gold.
Am 27. Dezember 1848 beschließt das Parlament das Gesetz über die Grundrechte des deutschen Volkes.

Dann vor 160 Jahren am 28. März 1849 wählen die Abgeordneten Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, zum deutschen Kaiser. Durch dessen Ablehnung der Kaiserkrone scheitert das Verfassungswerk.

hwkorfgesHören wir dazu den Landtagsabgeordneten Hans-Willi Körfges mit den Worten des Abgeordneten und Dichters Ernst Moritz Arndt.

„Eine Verfassung zu schreiben für das ganze Deutsche Volk, das sollte unsere Aufgabe sein. Blutig erkämpft haben wir uns dieses Recht in den Unruhen zu Beginn des Jahres 1848. In Frankreich begann die Welle des Wandels, die in der Folge der beiden Jahre halb Europa erfassen sollte.

In Österreich vertrieben sie den Metternich und auch der Kaiser musste gehen. In Frankfurt in der Paulskirche fanden wir uns zusammen, Abgesandte aus allen deutschen Landen.
Und so formulierten wir Rechte und Pflichten für die Nation, den Adel und vor allem für die Bürger.

Abbildung: Dichter Ernst Moritz
Dichter Ernst Moritz Arndt

Zu diesen zählen:
Freizügigkeit,
Gleichheit vor dem Gesetz,
Auswanderungsfreiheit,
Freiheit der Person,
Unverletzlichkeit der Wohnung,
Briefgeheimnis,
Meinungsfreiheit,
Glaubens- und Gewissensfreiheit,
Freiheit der Lehre und der Wissenschaft,
Versammlungsfreiheit,
Unverletzlichkeit des Eigentums.

So haben wir es festgeschrieben für das ganze Deutsche Volk. Doch wollten wir einen Kaiser haben, der das Reich zusammenhält.
Den Preußenkönig haben wir ausgewählt, doch dieser lehnt die Krone ab.
„Einen Reif aus Dreck und Stecken“, so nannte er die Krone, die das Deutsche Volk ihm angedeihen lassen wollte.
So vertrieb man uns aus den hehren Hallen, in denen die erste deutsche Verfassung zu Stande kam.
Ihr Schicksal soll es sein, Vorlage für spätere Zeiten zu werden.“


Zum Liedvortrag:

> Trotz alledem >

Mehr Informationen:

Deutsches Hisorisches Museum

 

Advertisements