Hambacher Fest 1832

Bild: Hambacher Fest 1832
Vorspann: Ralf Jüngermann |

Im Jahr 1830 findet in Paris die Julirevolution gegen den König statt. Die Unruhen erfassen nicht nur Frankreich sondern ganz Mitteleuropa und erreichen in Deutschland 1832 ihren Höhepunkt. Vor 177 Jahren versammeln sich die Vertreter einer demokratisch-republikanischen Massenbewegung vom 27. bis 30. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss zum Hambacher Fest.

Sie tragen schwarz-rot-goldene Fahnen.

Abbildung: Rolf BestemHören wir dazu den Ratsherr Rolf Besten mit den Worten des Bürger Philipp Jacob Siebenpfeiffer der mit eingeladen hat. (original

„Schwarz-Rot- Gold sind unsere Farben, mit denen wir ziehen zum Schloss hinauf. Doch waren wir nicht nur Deutsche. Auch Nachbarn aus den anderen Ländern strömten zur Burgruine hinzu, um zu unterstützen unsere Forderungen nach Einheit und Freiheit.
Eine Familie der europäischen Völker wollen wir sein, vereinigt in dem Streben nach Glück, Freiheit und Frieden. Selbst die Frauen luden wir ein. Nicht nur Schmuck sollen sie sein, sondern gegen die politische Unmündigkeit protestieren.
Lasst uns also die Ketten brechen wider der Tyrannei und der Unterdrückung der fürstlichen Herrschaften.
Abbildung: Jakob SiebenpfeiferLasst uns schwören auf den Bund von Freien, der wir sein wollen.
Es wird kommen der Tag, der Tag des edelsten Siegstolzes, wo der Deutsche vom Alpengebirg und der Nordsee, vom Rhein, der Donau und Elbe den Bruder im Bruder umarmt.
Wo die Zollstöcke und die Schlagbäume, wo alle Hoheitszeichen der Trennung und Hemmung und Bedrückung verschwinden.
Wo freie Straßen und freie Ströme den freien Umschwung aller Nationalkräfte und Säfte bezeugen.
Wo die Fürsten die bunten Hermeline feudalistischer Gottstatthalterschaft mit der männlichen Toga deutscher Nationalwürde vertauschen, und der Beamte, der Krieger, statt mit der Bedientenjacke des Herrn und Meisters, mit der Volksbinde sich schmückt.
Wo jeder Stamm, im Innern frei und selbstständig, zu bürgerlicher Freiheit sich entwickelt, und ein starkes, selbstgewordenes Bruderband alle umschließt zu politischer Einheit und Kraft, wo die deutsche Flagge allen freien Völkern den Bruderkuss bringt. Ein Traum noch scheint all dies und ein Traum noch wird es bleiben.
Denn nichts ist geworden aus unserem ehrlich Streben.

Die Reaktion verhaftet unsere Redner. Sie stößt  hinab den Willen zur Einheit und habt die eingene fürstliche Herrschaft wieder auf den Sockel.

Doch Träumen kann man nicht verbieten. Träumer kann man nicht unterdrücken.

Wenn wir stehen zu dem Traum einer eigenen, einer freien Nation, so werden wir dereinst obsiegen.

 


Zum Liedvortrag:

> Die freie Republik >

Mehr Informationen:

„Es wird kommen der Tag …“
Die Rede von Philipp Jakob Siebenpfeiffer auf dem Hambacher Fest am 27. Mai 1832

Advertisements