Ansprache des Schirmherrn

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Oberbürgermeister Norbert Bude |

Bild: Oberbürgermeister Norbert Bude
Norbert Bude

„Meine sehr geehrten Damen und Herren,
lieber Herr Hoeren,

gerne habe ich die Schirmherrschaft über dieses Fest übernommen, denn ich bin der festen Überzeugung: Unsere Demokratie zu feiern, ist das Beste, was wir mit ihr tun können. Wir können sie sogar besingen, wie wir gerade erlebt haben. Nur auf sie „pfeifen“, das sollten wir nicht.

Denn wo wären wir ohne Demokratie?
Ohne unsere verfassungsmäßig verbriefte Freiheit?
Ohne die Menschenwürde als höchstes Gut?
Ohne Staatsordnung.
Ohne unser Grundgesetz, das in diesem Jahr 60 Jahre besteht und dessen Inkrafttreten die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland war?

Wir stünden heute nicht hier. Zumindest nicht in solch guter Verfassung. Das ist sicher. Wir können uns öffentlich auf diesem Platz hier versammeln, friedlich natürlich. Wir können unsere Meinung frei äußern, auch in kultureller Hinsicht, uns dadurch persönlich entfalten. Wir sind gleichberechtigt – alle, die wir hier stehen. Wir können einen Verein gründen wie z. B. das Mönchengladbacher Bündnis „Aufstehen!“ und die Medien können frei darüber berichten. In Wort und Bild und Ton. Auch über dieses Fest. All dies sichert unser Grundgesetz.
Dass wir als freie, verantwortungsvolle Bürger in einer gerechten Welt leben können, dafür schafft es die Voraussetzungen und damit auch für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Das ist ganz wichtig. Mit Leben füllen müssen wir die Grundregeln allerdings selber. Ich finde, es tut gut, sich das einmal bewusst zu machen, denn mit dem Grundgesetz verhält es sich manchmal wie mit dem Sauerstoff in der Luft. Wir denken nicht bei jedem Atemzug darüber nach. Aber wenn er fehlen würde, dann würden wir es sofort bemerken. Freiheit und Rechtsstaatlichkeit – darauf beruht die Stabilität unserer Demokratie.
Das ist eine große Chance. Und eine große Verantwortung.

Ich wünsche mir, meine Damen und Herren, dass es uns gemeinsam gelingt, auf dieser sicheren Basis unsere Zukunft hier in Mönchengladbach zu gestalten. Unsere Gestaltungsmöglichkeiten gehen dabei weit über die Stadt, in der wir leben, hinaus. Wenn wir die Chance ergreifen und dort Einfluss nehmen, wo wir gefragt werden. Bei Wahlen. In diesem Jahr gleich dreimal: Kommunal, für Deutschland und für Europa.
Demokratie lebt von aktiven Bürgerinnen und Bürgern, die sich für ihre Stadt, ihr Land und das zusammen wachsende Europa einsetzen. Nur wer wählen geht, kann mit entscheiden, in welcher Gesellschaft er leben möchte. Die Europawahl ist wichtig, weil die Regelungen der EU immer bedeutsamer werden und wir alle davon betroffen sind.

Meine herzliche Bitte: Wenn Sie auch in Europa von demokratischen Parteien vertreten werden wollen, gehen Sie wählen. Sonntag in einer Woche, am 7. Juni. Auch in Europa gilt: Nur mit Demokratie ist ein Staat zu machen. Das hat der Streifzug durch 192 Jahre demokratische Geschichte in Deutschland gerade plastisch gezeigt. Ich danke dem Mönchengladbacher Bündnis, das sich für Menschenwürde und gegen Rechtsextremismus einsetzt sowie allen Akteuren für ihren Einsatz. Und nun sollten wir noch ein wenig gemeinsam feiern“.

Vielen Dank.

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